Kundenbefragung per E-Mail: ohne Einwilligung rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Dresden hat geurteilt (Urteil vom 24.04.2016, Az. 12 U 1773/13), dass ein Unternehmen die eigenen Kunden nicht ohne deren Einwilligung per E-Mail anschreiben darf, um sie darum zu bitten, an einer Kundenzufriedenheitsbefragung teilzunehmen.

Rotes Ausrufezeichen auf grauer Backsteinwand

Der Versand von Werbe-E-Mails ist ohne Einwilligung rechtswidrig! | Foto: pixabay.com | Lizenz: CC0 Public Domain




Ein Betreiber eines Online Shops hat seinen Kunden nach dem Erwerb eines Produktes jeweils eine E-Mail geschickt, in der er sie darum gebeten hat, an einer Kundenzufriedenheitsbefragung teilzunehmen. In der gleichen E-Mail hat er den Wunsch geäußert, dass zukünftig noch weitere Bestellungen von dem jeweiligen Empfänger getätigt werden.

Laut Auffassung der Richter des Oberlandesgerichtes Dresden stellt dieses Vorgehen eine Wettbewerbsverletzung dar, da die versendeten E-Mails als Werbe-E-Mails zu begreifen sind, die nur nach eindeutiger Einwilligung der Empfänger hätten versendet werden dürfen.

Die Richter waren der Ansicht, dass das Unternehmen sich durch die Mailing-Aktion eine bessere Kundenbindung und eine Steigerung des Umsatzes durch weitere Bestellungen der angeschriebenen Kunden erhoffe.

Werbe-E-Mails und Newsletter nur nach Einwilligung rechtskonform

Grundsätzlich dürfen Werbetreibende nur dann Werbe-E-Mails und Newsletter an Kunden verschicken, wenn diese eindeutig darin eingewilligt haben. Wer ohne ausdrückliche Einwilligung Werbung per Mail verschickt, verstößt gegen geltendes Recht und kann deswegen auch sanktioniert werden.

Die meisten Unternehmen, die auf professionelles E-Mail-Marketing setzen, verwenden deswegen das so genannte Double-Opt-in-Verfahren, um sich von jedem Empfänger die Erlaubnis (Permission) einzuholen, ihm Werbe-E-Mails und Newsletter zuschicken zu dürfen.

Mehr Informationen zum Thema finden Interessierte hier.




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